Maniküre für zu Hause

Maniküre für zu Hause

Eine schöne Hand ziert den ganzen Menschen. - Heinrich Heine -

Es gibt sie tatsächlich, die Menschen, die von Natur aus mit zarten Händen und starken Fingernägeln gesegnet sind. Wenn du aber wie wir zu den weniger Glücklichen gehörst, die da und dort etwas nachhelfen müssen, ist dieser Blog genau das Richtige. Besonders Frauen mögen es, weiche Hände und schicke Findernägel zu haben UND diese auch bei ihrem Gegenüber anzutreffen. Die Hände sind immer präsent und können nur schwer versteckt werden. Nichts ist schlimmer als bis zum Nagelbett abgekaute Fingernägel, welche einem beim blossen Anblick schon die Haare zu Berge stehen lassen. Ungepflegte Zehennägel können etwa den gleichen Schockmoment auslösen. Das bedeutet aber nicht, dass jetzt Jede lange bunte "Krallen" tragen muss. Nägel sehen auch in einem natürlichen Look, gepflegt einfach schöner aus. Doch für viele ist der Gang zur Mani- oder Pediküre aufgrund Zeit- oder Geldmangels nicht immer eine Option.

Mit ein paar einfachen Tipps & Tricks kannst auch du deine Nägel ganz einfach selbst zum Strahlen bringen.

Dafür brauchst du:
- Nagelfeilen in verschiedenen Körnungen
- Nagelhölzchen oder Nagelhautschieber
- Nagelknipser
- Nagelhautschneider
- Nagelkleber (für Reparatur)
- Wattestäbchen oder Nagellackentferner-Stift
- Vaseline 
- Base Coat Nagellack
- farbiger Nagellack
- Top Coat Nagellack
- Teebeutel (für Reparatur)
- Duftöl (optional)

Spa Behandlung für deine Nägel

Wie so oft im Leben, ist auch bei der self-made Maniküre eine gute Vorbereitung das A und O. Um deine Hände optimal auf die Maniküre einzustimmen, beginnst du am besten mit einem warmen Handband. Lass lauwarmes Wasser in ein kleines Becken oder ins Lavabo und füge einige Tropfen Duftöl hinzu. Bade deine Hände für einige Minuten bis die Nagelhäutchen weich werden. Anschliessend kannst du mit einem Nagelhautschieber oder einem Nagelhölzchen ganz vorsichtig die weiche Nagelhaut zurück schieben. Aber bitte nur ganz behutsam! Unsere Nägel sind an dieser Stelle sehr empfindlich und dürfen nicht beschädigt werden, da sie sonst ungesund nach vorne wachsen können. Die raue Haut links und rechts vom Nagel kann sachte mit einem Nagelhautschneider entfernt werden. Warte mindestens eine Stunde bis du den Nagellack aufträgst, damit auch die Restfeuchtigkeit auf deinen Nägeln getrocknet ist.

Finger weg von der Schere

Prinzipiell sollten Finger- und Fussnägel zum Kürzen gefeilt und nicht mit einer Schere geschnitten werden. Wenn du deine Nägel um ein sattes Stück kürzen möchtest und mit der Feile einfach nicht vorankommst, dann nimm lieber einen Nagelknipser statt eine Schere. Beim Schneiden können nämlich ganz winzige Risse entstehen. Ausserdem ist es mit einer Feile leichter, die gewünschte Form hinzubekommen. Benutze nach Möglichkeit eine Glasfeile oder eine Feile mit einem Sandpapier. Wir empfehlen für die Maniküre verschieden stark gekörnte Nagelfeilen zu verwenden. Feilen mit einer Sandblattoberfläche eigenen sich daher sehr gut. Um die Nägel zu versiegeln, feilst du zum Schluss nur noch in eine Richtung, so entstehen weniger Unebenheiten in den Nagelkanten.

Top in Form

Beim Feilen stellst du dir bestimmt auch die Frage, welche Form zu deinen Händen passt. Wie in der Welt der Mode- und Haartrends, gibt es auch bei den Nägeln immer wieder temporäre Styles. Wenn du nicht unbedingt den Top-Neuheiten folgen möchtest, wählst du am besten eine Form die deinen Händen schmeichelt.

Bildquelle: CND

oval
Eine ovale Nagelform ist optimal bei breiten, länglichen Nagelbetten. Abgerundete Nägel gleichen der Form des Nagelmondes und lassen die Fingernägel insgesamt einheitlicher erscheinen.

eckig
Bei einem eher breiten aber kurzen Nagelbett passen eckig gefeilte Nägel sehr gut. Die gerade Nagelkante gleicht optisch das grosse Nagelbett aus, welches die Finger ebenmässiger wirken lässt.

stiletto
Wer eher experimentierfreudig ist, kann sich auch an die sehr spitz zulaufende Nagelform Stiletto heran wagen. Diese kann im Alltag anfangs etwas gewöhnungsbedürftig sein. :)

almond
Lange und dünne Finger passen super zu mandelförmigen Nägeln, da die Nagelform die schmalen Hände unterstreicht.

squoval
Auch eckige Nägel mit abgerundeten Kanten – kurz squoval, eine Wortkreuzung als square (engl. für viereckig) und oval – schmeicheln langen, dünnen Fingernägeln. Der Stil lässt die Nägel optisch etwas breiter wirken.

ballerina
Mit dieser Form werden kurze Finger, durch eine optische Verlängerung, wortwörtlich zur grazilen Prima Ballerina.

Von der rauen Oberfläche zur glatten Leinwand

Wenn die Nägel in Form gefeilt wurden, können wir die Nageloberfläche bearbeiten. Meist haben unsere Nägel eine unebene Struktur, welche das gleichmässige Auftragen eines Nagellackes erschwert. Um diese Unebenheiten auszugleichen nimmst du eine Feile oder einen Buffer mit einer leichten Körnung und polierst deine Nageloberflächen bis sie eben sind. Danach kannst du die Nagelhaut rund um deinen Nagel kräftig mit Vaseline einschmieren. Aber Vorsicht: nicht mit dem fettigen Geschmier auf die Nägel kommen.

Schicht für Schicht zu langanhaltend schönen Nägeln

Jetzt sind deine Nägel perfekt für den eigentlichen Teil vorbereitet – das Lackieren! Trage zuerst den Base Coat (engl. für Basis Schicht) auf und warte bis er vollständig getrocknet ist. Dieser verhindert auch, dass sich deine natürlichen Nägel vom Nagellack verfärben. Danach kannst du ein bis zwei (bei hellen Farben auch drei) Schichten farbiger Nagellack auftragen. Auch hier jede Schicht gut trocknen lassen! Zum Schluss versiegelst du die Oberfläche mit einem Top Coat Lack, der die Nägel zusätzlich stärkt.

Das 1x1 des Lackierens 

• Halte den Pinsel zwischen Daumen und Zeigefinger, die Arme auf einer Tischfläche abgestützt.
• Lackiere jeden Nagel vom Nagelbett zur Spitze hin, beginne mittig dicht an der Nagelhaut. Danach einen weiteren
  Strich rechts, dann links und nochmals in der Mitte.
• Nimm nicht zu viel Lack auf den Pinsel, trage mehrere dünne statt einer dicken Schicht auf.
• Wenn du beide Hände alleine anmalst, kommt der Punkt, an dem du mit deiner ungeschickteren Hand pinseln sollst.
  Ein kleiner Tipp: Bewege nicht den Pinsel sondern die Hand, welche lackiert wird. So hast du mehr Halt und die
  stärkere Hand übernimmt den schwierigeren Part.

 


Expertentipps

Um die Trocknungszeit zu verkürzen, kannst du auch einen Schnelltrocknungs-Spray verwenden. Befolge dafür einfach die Hersteller-Anleitung auf der Spraydose. Wenn du keinen Spray zur Hand hast, kannst du deine Hände auch für einige Sekunden in einen Topf eiskaltes Wasser halten.
Wir empfehlen dir aber trotzdem deine DIY-Maniküre morgens vorzunehmen, damit die Farbe während des Tages nochmals nachtrocknen kann und bis zum zu Bett gehen wirklich gaaaanz trocken ist. Deine Bettwäsche kann sich im Schlaf nämlich selbständig machen und dir fiese Abdrücke auf deinen Nägeln hinterlassen. Wenn du deine Zehennägel frisch lackiert hast, solltest du tagsüber offene Schuhe tragen. Socken hinterlassen ebenfalls einen uncoolen 3D-Effekt auf deinen Nägeln.

Wenn du fertig mit Lackieren bist und eventuell ein wenig auf die Haut gepinselt hast, kannst du die überschüssige Farbe dank der Vaseline einfach mit dem Wattestäbchen abputzen (oder mit einem Korrekturstift). Anschliessend cremst du deine Hände und Nagelhaut mit guten Pflegeprodukten ein. Und schon sind deine Hände wieder ausgehtauglich ;)

Nice to know:

• Verwende für das Wegmachen des Lacks einen acetonfreien Nagellackentferner, dieser ist schonender für deine Nägel
  und Nagelhaut.

• Eine heisse Dusche direkt nach dem Auftragen des Nagellacks ist nicht gerade empfehlenswert. Der Lack kann dann
  wortwörtlich ins Schwimmen kommen und verschmiert.

Repare and Care

Wer kennt es nicht?! Nur einmal kurz nicht aufgepasst - zack schon haben wir den Salat! Und wenn die Maniküre dann noch ganz frisch ist, ist es das doppelt ärgerlich. Doch alles halb so schlimm - wir haben die Lösung :)

Und so einfach geht’s:
Zuerst feilst du die Oberfläche der eingerissenen Stelle bis sie sich gleichmässig und glatt anfühlt. Wenn’s geht machst du den Nagellack ab, wenn nicht feilst du über die Farbe. Anschliessend gibst du einen Tropfen Nagelkleber auf die betroffene Stelle und klebst die lose Nagelpartie an. Damit du den Nagel kräftig andrücken kannst, nimmst du am besten ein Nagelhölzchen zur Hilfe, der Kleber kann sehr leicht an deinen Fingern kleben bleiben, wenn du mit der anderen Hand zum Festigen drauf drückst. Danach schneidest du von einem Teebeutel-Papier ein kleines Stückchen aus, welches ein wenig grösser ist, als die Stelle mit dem Riss. Trage mit dem Pinsel des Nagelklebers eine Schicht Kleber auf den Nagel auf und lege das Teebeutelstückchen darüber und drücke es mit dem Nagelhölzchen gut an bis es trocken ist. Dann kannst du eine weitere Schicht Leim über den ganzen Nagel auftragen. Wenn auch diese Schicht trocken ist, kannst du die Oberfläche des Nagels mit der feinen Feile leicht glätten. Zum Schluss trägst du eine Schicht mit einem guten Top Coat auf, damit der Nagel zusätzlich stabilisiert wird. Wenn diese Schicht vollständig getrocknet ist, kannst du den Nagel mit Base Coat, Farbe und Top Coat wie gewohnt bemalen. Diese Methode Hilft auch bei sehr stark eingerissenen Nägeln!

So und nun bist du bestens informiert, viel Spass beim Nägel-Verschönern!

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