Im Weinkeller Italiens – auf Reise in Apulien

Im Weinkeller Italiens – auf Reise in Apulien

Tief im Süden von Italien liegt die Region Apulien „Puglia“ mit seiner Hauptstadt Bari und der Halbinsel Salento, dem Absatz des Stiefels. Umschlossen vom Adriatischen und Ionischen Meer finden sich hier wunderschöne Hafenstädtchen und idyllische Dörfer. Zauberhafte Küsten mit weissen Sandstränden, Felsküsten und glasklarem Wasser laden zu „dolce far niente“ ein. Auf den fruchtbaren Böden in Küstennähe wachsen schmackhafte Oliven, Tomaten, Mandeln, Getreide, Feigen, Zitrusfrüchte und eben Trauben.

Reben

Bildquelle: Pixabay

  

Apulien ist noch nicht sehr lange für seine guten Weine bekannt, verfügt aber über die grösste Vielfalt an Rebsorten in ganz Süditalien. Zusammen mit Sizilien liegt Apulien bei der Weinproduktionsmenge an der Spitze des Landes. Etwa 8-10 Millionen Hektoliter Wein werden hier jährlich gefertigt. Ein grosser Teil der Weine wird jedoch für die Produktion von Massenweinen und die Destillation von Industrie-Alkohol verwendet.

 

Rund 80% der Rebsorten in Apulien sind rot. Folgende rote Trauben werden in der Region angebaut: Aleatico, Bombino Nero, Malvasia Nera di Brindisi, Malvasia Nera di Lecce, Montepulciano, Negroamaro, Primitivo, Sangiovese, Susumaniello und Uva di Troia.

 

Einheimische Traubenschätze

Zu den bekanntesten Weinbaugebieten in Apulien zählen Manduria, Castel del Monte, Salento, Canosa di Puglia, Locorotondo und Foggia. Die qualitativ besten Weine wachsen im Gebiet Salento, welches die Provinzen Lecce sowie grösstenteils Brindisi und Tarent umfasst.
Das Klima in Apulien ist trocken und jährlich erlebt man hier knapp 2‘300 Sonnestunden. Dank der Meere auf beiden Seiten der Halbinsel Salento kühlen die Nächte extrem ab, was für den Qualitätsanbau von Notwendigkeit ist.

 Reben

Castel del Monte, Bildquelle: Pixabay

 

Primitivo

Der Exportschlager schlechthin ist der Primitivo. Sein Name kommt vom lateinischen „Primativus“, der Erstreifende oder Frühreife. Dies, weil die Trauben unterschiedlich schnell reifen und die Weinlese in mehreren Schritten und somit von Hand erfolgen muss. Zusätzlich muss Primitivo nicht allzu lange gelagert werden und ist häufig bereits nach einem Jahr trinkreif. Gut ausgebaut kann der Wein aber erstaunlich lange gelagert werden. Wie die bekannten Bordeauxweine kann er dann über 10 oder 20 Jahre zu verblüffender Komplexität nachreifen.

Das Bouquet des Primitivo di Manduria widerspiegelt zwar den ganzen Charakter Süditaliens, die Traube stammt jedoch ursprünglich aus dem kroatisch-ungarischen Grenzgebiet. Vor etwa 150 bis 250 Jahren fand sie dann ihren Weg auf die Halbinsel Salento. Mit seiner charakteristischen Würze und den verführerischen Aromen von reifen Waldfrüchten und Schokolade hat der dunkelrote Tropfen die Gaumen der Weinliebhaber im Nu erobert.

 

 

Negroamaro

Ebenfalls in Apulien liegt die Heimat des Negroamaro. Sein Name ist Programm. Negro (schwarz) und amaro (bitter) beschreiben den Kerngeschmack des Weins perfekt.

Die Rebsorte wird vermutlich seit über 2‘000 Jahren in Apulien angebaut und konnte sich somit perfekt der Hitze und der Umgebung anpassen. Da sie erst spät ausreift, ist die lang anhaltende Hitze wichtig für den unverkennbaren Geschmack und die tiefrote Farbe. Lange Zeit wurde der Wein als Verschnittpartner eingesetzt, um blassen Norditalienern eine stärkere Farbe zu verleihen. Das Färben von Wein ist mittlerweile jedoch ziemlich verpönt, weshalb er zunehmend auch als reinsortiger Wein ausgebaut wird. Durch die sinkende Nachfrage hat sich aber die Produktionsfläche von 30‘000 auf knapp 20‘000 Hektaren reduziert.

Ist der Negroamaro erstmal ausgereift, erhält er Aromen, die an Zartbitterschokolade, schwarze Johannisbeeren und Kirsche erinnern. Aus der Negroamaro-Traube werden herbe, alkoholreiche Weine mit hohem Lagerpotenzial gewonnen.

 

 

Nero di Troia

Der dritte einheimische Schatz ist der Nero di Troia oder auch Uva di Troia genannt. Er gedeiht im Norden Apuliens, in Castel del Monte. Die Sorte stammt aus dem Ort Tróia, welcher von Diomedes, einem Kriegsheld im legendären Trojanischen Pferd, der bei seiner Rückkehr aus Troja, in Apulien landete, gegründet wurde. Der Ursprung der Traubensorte findet man im antiken Griechenland. Die Ertragsmenge ist leider relativ klein, da die Sorte sehr anfällig für falschen und echten Mehltau ist.

Nero di Troia ist eine Rebsorte, die relativ spät reift. Durch den langen Reifungsprozess entwickeln die Trauben viel Zucker, welcher für einen hohen Alkoholgehalt im Wein sorgt. Zudem haben die Weine meist eine elegante Tanninstruktur und ausgewogene Säure. Der rubinrote Wein mit violetten Reflexen duftet nach Pflaumen, Beeren und Sauerkirschen.

 Castel del Monte

Bildquelle: Pixabay

 

Entdecke den Zauber des Südens mit seinen schönen Landschaften, atemberaubenden Küstenregionen und köstlichen Tropfen. Oder hol dir „La bella vita“ direkt ins Wohnzimmer mit einem feinen Glas süditalienischem Rotwein. Glaub uns, schon nach dem ersten Schluck fühlst du dich als wärst du im Urlaub.